Amalgam Dental-Labor Hans Fuhr Köln
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Amalgam

Dentallabor Amalgam Füllung

 

Was ist Amalgam?

 

Amalgam ist der am weitesten verbreitete Füllstoff für kariesgeschädigte Zähne.

 

Es besteht etwa je zur Hälfte aus Quecksilber und aus einer pulverisierten Mischung von Silber, Zinn und Kupfer. Diese Bestandteile werden kurz vor der Behandlung miteinander vermischt. Es entsteht eine Paste, die in den hohlen Zahn gedrückt wird und nach einigen Minuten aushärtet. Anschließend lässt sich die Oberfläche modellieren.

 

Wegen seines Quecksilbergehaltes ist Amalgam umstritten.

 

Was ist Quecksilber?

 

Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Zimmertemperatur flüssig ist. Es kommt in der Natur in geringen Mengen vor und wird beispielsweise aus Vulkanen und bei der Verbrennung von fossilen Stoffen (Erdöl, Kohle) freigesetzt.

 

Quecksilber ist giftig und kann Schäden am Zentralnervensystem und anderen Organen hervorrufen. Durch das natürliche Vorkommen ist jeder einer gewissen Belastung durch Quecksilber ausgesetzt.

 

Besonders hohe Konzentrationen finden sich in Meeresfischen, weil sich in ihnen durch industrielle Abwässer in die Meere gelangtes Quecksilber anreichert. Personen die viel Fisch essen, Amalgamfüllungen im Mund haben oder beruflich mit Quecksilber in Kontakt kommen, sind einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Man kann dann vergleichsweise hohe Konzentrationen in Blut und Urin nachweisen. Dies ist jedoch nicht mit einer Vergiftung gleichzusetzen, weil bei Quecksilber – wie auch bei allen anderen Giften – nur eine ausreichend hohe Belastung zu Schäden führt.

 

Die Quecksilbermengen, die aus Amalgamfüllungen freigesetzt und aufgenommen werden, lassen im allgemeinen keine Vergiftungserscheinungen erwarten.

 

Warum ist Amalgam so weit verbreitet?

 

Schon vor mehr als 1300 Jahren wurde Amalgam in China verwendet. In Europa ist es seit mehr als 100 Jahren der wichtigste Füllstoff für kranke Zähne, obwohl damals schon diskutiert wurde, ob aus Amalgam freigesetztes Quecksilber zu Gesundheitsschäden führen könnte.

 

Amalgam hat viele Eigenschaften, die für eine Zahnfüllung wichtig sind. Es ist verhältnismäßig leicht zu verarbeiten, preisgünstig und lange haltbar. Amalgam dehnt sich beim Härten etwas aus und verschließt so die Spalten an den Rändern der Füllung. Das verhindert das Eindringen von Speiseresten und Bakterien, die zu erneuter Karies führen können.

 

Bei Temperaturänderungen im Mund, wie beim Genuss heißer Getränke, dehnt sich Amalgam ähnlich wie die umgebende Zahnsubstanz. Auch deshalb ist eine solche Füllung besonders „randdicht“.

 

Warum ist Amalgam so umstritten?

 

Seitdem Amalgam in großem Umfang verwendet wird, gibt es Vermutungen, das das darin enthaltene Quecksilber Gesundheitsschäden hervorrufen könnte.

 

Während die meisten Fachleute Amalgam für unbedenklich halten, plädieren andere dafür, es nicht mehr zu verwenden. Viele Menschen sind deshalb verunsichert. Es gibt zahlreiche Bücher über mögliche Gefahren von Amalgam, und oft heizen die Medien die Diskussion weiter an.

 

Amalgam wird nahezu für alle Befindlichkeitsstörungen und auch schwere Erkrankungen wie Krebs verantwortlich gemacht. Da die meisten Menschen Amalgamfüllungen in ihren Zähnen haben, schüren solche Berichte nicht nur die Angst vor Amalgam, sondern auch die Hoffnung, durch das Entfernen der Amalgamfüllungen gesund werden zu können.

 

Macht Amalgam krank?

 

Bei Amalgamträgern lassen sich tatsächlich erhöhte Quecksilberkonzentrationen im Körper nachweisen. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass diese erhöhte Belastung gesundheitsschädlich ist.

 

In großen Studien konnten keine Unterschiede in der Häufigkeit bestimmter Krankheitssymptome zwischen Amalgamträgern und Personen ohne Amalgamfüllungen gefunden werden. Auch Untersuchungen bei Personen, die sich wegen verschiedener Erkrankungen ihre Amalgamfüllungen entfernen ließen, zeigten keine eindeutigen Ergebnisse.

 

Zwar besserten sich zunächst bei einigen Betroffenen die Symptome. Meist aber kehrten diese nach einiger Zeit wieder zurück. Es ließ sich bisher nicht beweisen, dass Krankheitssymptome durch den Austausch von Amalgamfüllungen tatsächlich zurückgehen.

 

Die einzige anerkannte „Nebenwirkung“ von Amalgam ist die Allergie.

 

Wie gegen alle Materialien können Allergien auch gegen Amalgam beziehungsweise seine Bestandteile auftreten. Dies lässt sich durch einen Hauttest nachweisen.

 

Amalgamallergien sind jedoch sehr selten. Andere Füllstoffe lösen häufiger allergische Reaktionen aus. Problematisch sind in dieser Hinsicht besonders die Kunststoffe, die oft als Alternative zu Amalgam empfohlen werden.

 

Ist das Quecksilber aus Amalgam für ungeborene Babys gefährlich?

 

Es lässt sich nachweisen, dass Ungeborene von Müttern mit Amalgamfüllungen einer erhöhten Quecksilberbelastung ausgesetzt sind.

 

Hierdurch bedingte Gesundheitsschäden bei Neugeborenen sind allerdings bisher nicht beobachtet worden. Sicherheitshalber sollten bei Schwangeren keine Amalgamfüllungen gelegt bzw. entfernt werden, da es hierbei kurzfristig zu einer erhöhten Quecksilberbelastung kommen kann.

 

Schadet es, verschiedene Metalle gleichzeitig im Mund zu haben?

 

Nach dem Legen einer Füllung, die aus einem anderen Metall als die bereits vorhandenen Plomben besteht, haben einige Patienten einen unangenehmen Metallgeschmack im Mund. Meist lässt dies jedoch nach wenigen Wochen nach, da sich auf der Oberfläche von Amalgamfüllungen eine isolierende Schicht (aus Zinnoxyd und -sulfit) bildet.

 

Eine erhöhte Quecksilberbelastung als Folge von physikalisch-chemischen Prozessen, die beim Kontakt unterschiedlicher Metalle auftreten können, lässt sich nicht nachweisen.

 

Es gibt vereinzelt Personen, die besonders empfindlich reagieren. In einem solchen Fall sollte gemeinsam mit dem behandelnden Zahnarzt nach einer Möglichkeit gesucht werden, die gleichzeitige Anwesenheit von Amalgam und Goldlegierungen im Mund zu vermeiden.

 

Warum wird Amalgam immer noch verwendet?

 

Amalgam bietet als Füllstoff viele Vorteile, ist aber wegen seines Quecksilbergehaltes nicht ideal.

 

Trotz intensiver Forschung konnte jedoch bis heute kein Füllstoff entwickelt werden, der Amalgam vollständig ersetzen kann.

 

Was sind die Alternativen zu Amalgam?

 

Als alternative Füllstoffe stehen heute zum einen Goldlegierungen (Mischung aus Gold und anderen Metallen) und Keramik, zum anderen Kunststoffe (Komposit, Kompomere) zur Verfügung.

 

Frontzähne kann man schon heute mit Kunststoffen statt mit Amalgam versorgen. Wegen der hohen Belastung sind im Backenzahnbereich bisher nur teure Gold- und Keramikinlays ein adäquater Ersatz. Kompositfüllungen werden zunehmend auch bei Backenzähnen angewendet, sind aber nicht so lange haltbar. Die modernen Kunststoffe werden erst seit wenigen Jahren routinemäßig verwendet und sind deshalb bei weitem nicht so gut erforscht, wie das Amalgam.

 

Ob Gesundheitsschäden durch freigesetzte Stoffe ( z. B. Formaldehyd) zu erwarten sind, lässt sich heute noch nicht beurteilen.

 

Soll ich es austauschen lassen?

 

Ob ein Austausch alter Amalgamfüllungen im Einzelfall sinnvoll ist, kann nur zusammen mit einem Zahnarzt des Vertrauens geklärt werden. Skeptisch sollte man sein, wenn ein Zahnarzt einseitig argumentiert und nicht die Vor- und Nachteile der jeweiligen Füllstoffe gegeneinander abwägt.

 

Eine Indikation für das sofortige Entfernen von Amalgam gibt es nach wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht. Wenn viele Zähne mit Amalgam gefüllt sind, muss der Austausch nach und nach geschehen (Quadrantensanierung).

 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Austausch?

 

Nur wenn eine (sehr seltene) Allergie gegen Amalgam nachgewiesen ist, übernehmen Krankenkassen die Kosten.

 

Bei privaten Krankenversicherungen hängt die Höhe der Zuzahlungen vom Vertrag ab.

 

Quelle: www.zti-muenster.de